Digital Asset Management BLOG

Urheber - sein oder nicht sein

Wer ein "Werk" schafft, ist dessen Urheber und als solcher durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) geschützt. Als Urheber hat er allein, das Recht über die Nutzung und Veröffentlichung seines Werkes zu entscheiden. Nach deutschem Recht ist ein Urheber immer eine natürliche Person, so kann eine juristische Person (z. B. eine GmbH) kein "Urheber" sein. Er darf Nutzungsrechte an Dritte erteilen (Lizensierung), behält aber seine Eigenschaft als Urheber.

Lizenznehmer haben in der Regel keine Exklusivrechte und können so nicht als Abmahner fungieren. Klagt ein Nutzungsrecht-Inhaber, statt des Fotografen, so muss dieser die lückenlose Rechtekette beweisen, um nicht abgewiesen zu werden.

Wer sich Urheber nennt, ist der Urheber

Ohne Gegenbeweis gilt nach §10 Absatz 1 und 2 UrhG zunächst derjenige als Urheber, der "[...] auf den Vervielfältigungsstücken eines erschienenen Werkes [...] in der üblichen Weise als Urheber bezeichnet ist [...]". 

Ist kein Urheber genannt wird davon ausgegangen, dass der Herausgeber zur Geltendmachung des Urheberrechts ermächtigt ist, schon aus diesem Grund sollte der Urheber - im Falle von Fotos der Fotograf - immer darauf bestehen genannt zu werden.

Der Unterschied zwischen Lichtbildwerk und Lichtbild besteht in der Schöpfungshöhe (auch Gestaltungshöhe) also der schöpferischen Leistung des Fotografen. Ein Unterschied in der Anwendung des Rechts besteht nur in der Schutzfrist, das Urheberrecht erlischt bei Lichtblidwerken 70 und bei Lichtbildern 50 Jahre nach der Vollendung des Jahres in dem der Urheber verstorben ist. Während der Schutzfrist, fällt das Urheberrecht dem Erben des Urhebers zu.
Reproduktionsfotografie (abfotografieren, kopieren, scannen) hat keine Urheberschaft und damit auch keine beginnende Schutzfrist zur Folge.

Beweisführung zur Urheberschaft

Sollte es zum Streitfall über die Urheberschaft kommen, entscheidet der Richter über die Wahrheit der Behauptung. Zur Überzeugung des Richters können verschiedene Beweise beitragen. Bei analoger Fotografie ist es einfach - der Besitz des Negatives weißt den Urheber aus. Bei fehlen des Negatives oder digitaler Fotografie können z. B. folgende Indizien angeführt werden:

  1. Aussagen von bei der Aufnahme anwesenden Zeugen.
  2. Die Vorlage einer Fotoserie, der das umstrittene Foto eindeutig angehört. Also sollten Fotografen nicht alle Bilder einer Serie löschen, auch wenn nur ein Foto daraus veröffentlicht wird.
  3. Die Vorlage der RAW-Datei oder des Fotos in größerer Auflösung oder eines größeren Gesamtbildes, aus dem das strittige Foto einen Ausschnitt darstellt.
  4. Die Übergabe einer Sicherung auf einem Datenträger an eine andere Person oder die Hinterlegung eines Werkexemplar oder eines Vervielfältigungsstücks bei einem Anwalt oder Notar, vor der Veröffentlichung.

Sogenannte "Hotpixel" (als "Kamera-Fingerabdruck") und Metadaten, wie die Exif-Daten zur Identifizierung der Kamera können nicht alleine zur Beweisführung dienen, da sie manipulierbar sind.

Alle diese Punkte sprechen für eine strukturierte, gut durchdachte Archivierung, so sind Sie als Urheber im Streitfall sicher.


Siehe auch: Warum Metadaten schwer zu schützen sind

Mehr Informationen zum Thema können Sie sich auch mit unserem Workshop "Bildrechte / Medienverwaltung" direkt zu Ihnen ins Haus holen.